Labrador aus dem Wartburgkreis ist seit zwei Jahren nicht zu fassen

Er ist nicht nur ein berühmter Streuner, sondern offenbar auch ein ganz schlauer Hund. Labradormischling Ecki war am Montag nicht zu fassen. Einem Betäubungspfeil konnte er knapp entgehen.

„Ecki“ ließ sich auch am Montag nicht einfangen. Foto: Sascha Willms

Seit mehr als zwei Jahren lebt er rund um Eckardtshausen in freier Wildbahn. Dort lebt auch Sandra Senf, die gerade den Thüringer Tierschutzpreis für ihre Hilfe für den Rüden bekam. Hundeexperte Martin Rütter, bekannt aus dem Privatfernsehen, machte ihn berühmt und half dabei, dass Ecki nicht erschossen wurde. Doch weil es immer wieder Beschwerden über den Streuner gibt, soll er nun eingefangen werden. Rütters Team liegt auf der Lauer, Sandra Senf lockt ihn an. Nach sechseinhalb Stunden aber geben sie schließlich auf. Der Plan war, Ecki an einer neuen Futterstelle zu erwischen, an die ihn Sandra Senf in den vergangenen Wochen gewöhnt hat.

Neues Zuhause im Weimarer Land

Gleich daneben steht eine Holzhütte, darin wartet Frank Weißkirchen mit dem Betäubungsgewehr. Der professionelle Hundefänger kam eigens aus dem Westerwald. Mit ihm versteckten sich Kamera- und Tonmann in der Hütte. Weitere Minikameras waren drum herum versteckt montiert. Alles vielleicht ein bisschen viel, denn Ecki roch den Braten und verschmähte das Futter. Er zog sich zurück, prüfte das Treiben aus sicherer Entfernung vom Feld aus und trabte Richtung Wolfsburg davon. Enttäuschung bei den Tierschützern, die ihm gerade ein neues Zuhause in Niederzimmern (Weimarer Land) besorgt hatten. Dort leben weitere Hunde, die Ecki auch schon kennt, erklärte Franziska Herre, Rütters Hundetrainerin in Thüringen. Vor acht Wochen waren sie zu Besuch hier und haben sich prima verstanden. Jetzt soll Ecki dorthin. Doch dazu muss er erst mal vor die Flinte kommen. Als er gegen Mittag endlich aus Wolfsburg zurückkehrt, brandet Hoffnung auf. Doch Ecki besucht lediglich seine Freundin, die Schäferhündin der Nachbarn. „Er hat so sensible Antennen, der weiß, dass heute irgendwas nicht stimmt“, sagt Franziska Herre und klopft die Stiefel aneinander. Über die Äcker bläst ein bitterkalter Herbstwind. Das ganze Team friert und Ecki ist wieder verschwunden. Am Nachmittag wird es noch einmal kurz spannend. Frank Weißkirchen hat die Taktik umgestellt, seinen Verschlag verlassen und ist ins Auto gestiegen. Und an der Straße taucht er plötzlich auf, der weiße Labrador. Das Auto hält, Weißkirchen lässt die Scheibe runter. 1,5 Milliliter Narkosemittel sind in dem roten Pfeil, den er jetzt auf den Hund richtet. Doch Ecki hat den Lauf schon entdeckt. Als sein Gegenüber schießt, ist er gerade auf dem Sprung. Der Pfeil geht ins Leere. In zwei Wochen wollen sie es wieder probieren. Diesmal ohne Kameras, nur Ecki und Frank und Sandra.

Sascha Willms / 05.11.13 / TA

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